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Der folgende Text ist eine
gekürzte Fassung des im
Taji-Qigong-Journal
erschienenden Artikels von
Hubert Schneider.
GESCHICHTE
Die taoistischen Künste der Li
Familie fanden bereits in den
30 er Jahren des 19.
Jahrhunderts den Weg
nach Europa. Li Kam Chan, der
Erbe der Li Tradition aus Wie
Hei in der chinesischen
Provinz Shandong begann zu
dieser Zeit, sein Wissen einer
kleinen Gruppe in London
weiterzugeben. Er
unterrichtete Feng Shou Gong
Fu, Shuai Chiao (chinesisches
Ringen) und Tai Chi Chuan.
Damit war das Li Tai Chi wohl
eines der ersten „Stile“, die
im Westen unterrichtet wurden.
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Prof. Chee Soo (+
1994)
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Nach dem Tode
Li Kam Chans
1954 übernahm
sein
Adoptivsohn
Chee Soo die
Weiterführung
der Tradition.
Er gründete
1958 die
„British Wu
Shu
Organisation“und
war später
Mitbegründer
des British
Kung Fu
Council (heute
British
Council for
Chinese
Martial Arts,
BCCMA)), einer
Organisation,
die die
Grundlagen und
Standards
aller
chinesischen
Kampfkünste
festlegen
sollte.
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Die bisher früheste
schriftliche Erwähnung der Tai
Chi Form datiert auf das Jahr
1860. Wie lange vorher es in
der Tradition entstand ist
allerdings noch ungewiss. In
der kurzen Form gibt es einige
Ähnlichkeiten zum Wu Stil des
Wu Chien Chuan. Die Li Familie
war für vor allem für ihr
Ringen bekannt, Li Chan Kam
selbst war in China ein
berühmter Kämpfer.
Die Ausbreitung des Stiles
geschah seit Li Kam Chan von
England aus. 1974 kam Chee Soo
auf Einladung des Frankfurter
Rings zum ersten Mal nach
Deutschland. Es folgten
weitere englische und
schließlich deutsche Lehrer,
die den Stil zunächst im
(Rhein-Main-Gebiet)
Frankfurter und (im)
Düsseldorfer Raum
unterrichteten.
DIE 8 FÄDEN DES BROKAT
Die taoistischen Künste der Li
Tradition
Das Tai Chi Chuan der Li
Familie ist Teil einer
reichhaltigen taoistischen
Tradition, die neben
Bewegungs- und Kampfkünsten
auch heilende &
spirituelle Künste umfasst.
Diese als die "8 Fäden des
Brokat" bezeichneten
Überlieferungen enthalten
umfangreiches Wissen &
Techniken in den Bereichen
taoistische Diagnose,
Ernährungslehre,
Kräutertherapie,
Wärmetherapie, taoistische
Massage° (Tuina/An Mo),
Akupressur°, Akupunktur°,
Körperübungen, taoistischer
Meditation (Mo Hsiang) und dem
Weg der Okklusion (Weg
spiritueller Entwicklung).
In den Bewegungskünsten des Li
Systems unterscheidet man
zwischen den Kampf- und den
heilenden Künsten. Die
Kampfkünste sind neben dem Tai
Chi Chuan, das Feng Shou (Hand
des Windes, das Gong Fu des Li
Stiles) und das Chi Shu
(ansteigender Pfad, der Kunst
des Werfens, einem sehr
effektiven "chinesischen
Aikido"). Es sind dies
unterschiedliche Ausformungen,
Anwendungsmöglichkeiten oder
Intentionen der Bewegung mit
unterschiedlichen
Schwierigkeitsgraden.
Die heilenden Künste bestehen
aus den zwei Qi Gong Arten Tao
Yin und Kai Men, sowie
weiteren kleineren und
speziellen Qi Gong Bereichen,
wie die “8 Brokate“ des Li
Stils und solche zur
Kultivierung des internen,
externen und kosmischen Qi.
In den Künsten des Li Systems
ist alles in allem enthalten.
Das Ganze aber ist mehr, als
die Summe seine Einzelteile.
Bei den in den „8 Fäden des
Brokat“ enthaltenen Künsten
handelt es sich jeweils um in
sich vollständige Systeme mit
unterschiedlichen Intensionen,
Anforderungen und
Übungsmethoden. Die hier
beschriebenen Bewegungskünste
ergänzen sich wechselseitig
und gewährleisten erst dadurch
die Ganzheit jeder einzelnen
Disziplin. Im anfänglichen Tai
Chi Unterricht zeigt sich
diese für das Li System
charakteristische Methodik der
Ergänzung im Zusammenwirken
von Tai Chi, Kai Men und Tao
Yin Qi Gong.
LEHRER HEUTE
Die Tai Chi Form stellt in
ihrer ursprünglichen Version
von den ersten Sequenzen an
sehr hohe Anforderungen an die
Übenden. Um die vielen neuen
Schüler nicht zu überfordern
und damit abzuschrecken,
vereinfachte Chee Soo die Form
seit Mitte der 70´er Jahre zum
Teil recht drastisch. Diese
Anpassung an die Umstände war
einerseits durchaus
verständlich. Problematisch
für den Li Stil wurde es
insofern, als wesentliche
Grundlagen, sowie die Form in
ihrer ursprünglichen Art und
Weise nur im kleinen Kreis der
Familie und ausgewählter
Lehrer weitergegeben wurden.
Dadurch fehlt es heute vielen
Unterrichtenden an
grundlegenden Inhalten des Tai
Chi Chuan & der anderen
Bewegungskünste des Li
Systems.
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Master Tony
Swanson
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Die
Hauptlehrer
der
ursprünglichen
Li Tradition
sind heute
Lavinia Soo,
Chee Soos
Tochter und
Tony Swanson,
der 26 Jahre
lang zu seinen
engsten
Schülern
zählte und von
ihm den
Auftrag
erhielt, die
Lehren als
Aufbauendes
Lehrsystem
gemäß den
ursprünglichen
Inhalten zu
ordnen und
strukturieren.
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In Großbritannien sind die
chinesischen Kampfkünste
allgemein sehr viel mehr
verbreitet als bei uns und es
besteht untereinander eine
fruchtbare Zusammenarbeit. So
wurden, um die Qualität der
Künste zu verbessern,
allgemeine Standards für das
Tai Chi Chuan aller Stile
festgelegt. Hier genießen die
Schulen von Tony Swanson und
Lavinia Soo (also Taoist Arts
Organisation & die Wu Kung
Federation), aufgrund ihres
fundierten Wissens und der
Qualität ihres Unterrichts,
sehr hohes Ansehen. Tony
Swanson ist heute Vorsitzender
des BCCMA (British Council for
Chinese Martial Arts), dem
Dachverband, welchem
landesweit über 100 Martial
Arts Vereine angehören.
Das Interesse von Tony Swanson
& der TAO ist es, den Stil
in seiner Ganzheit
wiederzubeleben und allen
Schülern zugänglich zu machen.
Zahlreiche Lehrer und Schulen
in Deutschland und Frankreich,
genießen und unterstützen
diese neue Offenheit und die
teils lange vermisste
inhaltliche Qualität.
Mittlerweile bilden sie eine
große Gruppe innerhalb der
TAO. Ein wichtiger Teil ihres
Engagements ist die
Organisation überregionaler
Wochenenden und regelmäßiger
Lehrerausbildungen in England
und Deutschland um so die
Unterrichtsqualität nachhaltig
zu verbessern. Die regelmäßige
eigene Fortbildung, unter
anderem an diesen Wochenenden
ist die Voraussetzung, um als
TAO Kursleiter oder Lehrer
wirken zu können. Die
aktuellen TAO Lehrer &
Kursleiter finden sie auf der
entsprechenden Liste dieser
Homepage.
ERLÄUTERUNGEN
° Li oder Lee ?
"Li" war die ursprüngliche
Schreib- bzw Übertragungsform
des Familiennamens aus dem
chinesischen und wird im
deutschen so auch korrekt
ausgesprochen. Chee Soo
benutzte, der englischen
Aussprache Rechnung tragend,
eine Zeit lang eher die "ee"
Schreibweise. In der TAO ist
man heute wieder zu Li als
offizielle Schreibweise
zurückgekehrt.
°Taiji / Tai Chi
im hier abgedruckten Artikel
werden generell die in der Li
Praxis üblichen alten
Übertragungsformen &
Schreibweisen verwendet, also
Kai Men für Kaimen, Tao Yin
statt Daoyin etc.
° Taoistische Massage
äußerst umfassendes System
stimulierender &
sedierender Techniken. Sie
ermöglichen es z.B., akut
schmerzende Körperpartien für
die Dauer der Behandlung durch
manipulation ihrer
Nervenpunkte schmerzfrei zu
machen
° Akupressur
aus der taoistischen Massage
hervorgegangene
Meridianbehandlung
° Akupunktur (ebenso)
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